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Es fährt ein Bus nach Nirgendwo…

February 2, 2008 God's gonna cut you down

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Wir alle müssen doch ziemlich anpassungsfähige Exemplare sein und das mal nüchtern ausgedrückt, denn es gibt Dinge, die werde ich wahrscheinlich versuchen,  bis zu meinem Lebensende zu ergründen., ohne sie je zu begreifen.

Das Leben muss wohl doch eine lange, mehr oder wenige steinige Wanderung sein, in der wir eine Art „Taxi Driver“ oder „Shuttle Bus“ für unsere Mitstreiter oder Weggefährten auf dem Weg nach „Ichweißnichtwo“ sind.  

Wobei ich vermutlich nur einer von diesen „Trittbrettfahrern“ bin, die die Hoffnung haben, eines Tages im richtigen Bus zu sitzen.

Wobei das „Vergessen“ auf dieser Wanderung des Lebens, eher die größte Rolle spielen muss, welches eine Eigenschaft ist, die ich an Menschen am meisten bewundere.

Ich gehöre nämlich eher zu den Elefantenmenschen, die ihr Gepäck auf den Trip des Lebens, so stark vermehren, das sie am Ende kaum von der Stelle kommen und  während also vor meiner Nase ein Bus mit glotzäugigen Kälbern, die nur leichtes Handgepäck auf ihren Schoß halten, welches sie beim Aussteigen eh verbummeln, vorbeibraust und mir Tränen in die Augen treibt, weil sie fröhlich „Joa wir san  mem Busl da“ grölen, derweil ich mir wie ET vorkomme, die nicht nach Hause telefonieren darf…

Denn heutzutage scheint ja alles austauschbar zu sein, der Job, die Freundin, deine Niere…Es wird nur noch von „Lebensabschnittpartnern“ gesprochen und dem Leben vor der nächsten Klimakatastrophe.

Erna Müller, die ihren Mann 15 Jahre täglich seine Stulle zur Arbeit geschmiert hat und die jahrelang jeden Abend sein kleines Bierpläutzchen gekrault hat, dieser Mann wählt heutzutage nicht einmal mehr ihre Telefonnummer, da ein anderes „Hasilein“ sein neues fahrbares Untersatz geworden ist.

Da stehe ich also mit Erna und all den anderen Menschen, die sich wie in dem Spiel „Monopoly“ nach dem Feld „Frei Parken“ sehnen.

Wobei wir wohl allesamt „Wölfe im Schafspelz“ sind, denn nur wer mucksmäuschenstill verharrt, fällt weniger auf, was reiner Selbstschutz zu sein scheint.

Und während ich die schon etwas weniger traurige Erna in den nächsten Bus einsteigen sehe, die mir zuvor eins mit Liebe geschmiertes Butterbrot in die Hand gedrückt hatte, sehe ich in der Ferne langsam die Sonne untergehen. mob474_1164980229.jpg

Ich winke den Bus noch einmal wehmütig lächelnd zu, aus dem schon Stimmen quollen, die Wanderlieder sangen und dann laufe ich einfach weiter, immer weiter….

Wenn ihnen also ein kleiner Elefant mit Riesen Gepäck begegnen sollte, der nicht auf den Namen “Benjamin” hört, dann fragen Sie ihn lieber nicht nach dem Weg….denn er wartet immer noch auf den richtigen Bus… ;-)

 

 

 


4 Comments to “Es fährt ein Bus nach Nirgendwo…”

  1.  Ursel | February 3, 2008 @ 11:56 pm

    Oh oh, ich habe meine Mühe gehabt, nicht den Faden zu verlieren bei den vielen Metaphern, sorry :-)

    Aber was die gute Erna angeht…”Geschmäcker ändern sich” und vielleicht wollte der nette Mann von Erna einfach nicht immer nur Brote…sondern eben auch Brötchen. Denn…15 Jahre lang Brot…ist dann wohl für die Männer von Welt doch etwas zu eintönig.
    Und wenn das neue “Hasilein” dann noch ähnliche Proportionen an den Tag legt wie Bette Midler in ihren besten Tagen, dann ist doch die Wahl klar und der Wechsel verlockend. Denn => es ist nicht wichtig wie gut du in etwas bist oder wie tiefgründig wichtig es der Erna ist, das ihr Mann jeden Tag etwas zu essen bekommt, denn…er will das gar nicht wissen. Er hat Bette Midler an der Hand und lernt gerade den Busfahrplan auswendig für den Fall, das Bette ihm 15 Jahre lang nur Brötchen schmiert.

    Denn..dann wird er sich wieder sein Handgepäck nehmen (größes Gepäck wie Mitleid oder Trauer und Schuldgefühl im Hinterkopf würde solche Vorhaben nur Behindern) und sich auf die Suche nach einer “ErnaBette” machen, die ihm mal abwechselnd Brote und Brötchen schmiert. Und warum ist er so geworden? Warum geht es jedem von uns so, das wir gezwungen werden regelmäßig auf den Fahplan zu sehen? Weil die Gesellschaft es verlangt und wer nicht dahinterherkommt, trifft Benjamin Blümchen oder landet auf dem Elefantenfriedhof, weil das Gepäck einfach zu schwer wurde…

    Also sollte es uns allen besser gehen, wenn wir wieder lernen, gewisse Werte wie Treue und Beständigkeit zu leben und das so weiter geben -
    denn dann bleibt uns vielleicht sogar das Taxi ;-)

    Beste Grüße

    die Ursel

  2.  NataschaWahl | February 4, 2008 @ 8:13 am

    *Ursel mit Brötchen UND Brot hau* ;-)

  3.  Ursel | February 4, 2008 @ 8:57 pm

    Na oder *zusammen mit der dicken ursel nach dem busfahrplan sucht´s* ;-)

  4.  meta | February 5, 2009 @ 3:45 pm

    alo ehrlich gesagt möchte ich gern mal deinen Roman lesen? Stand hier doch irgendwo das du einen geschrieben hast!
    Es ist einfach nur köstlich zu lesen… das Dauergrinsen beim lesen deiner Geschichten kriege ich einfach nicht mehr aus dem Gesicht gebügelt! Und wenn es mir irgendwie möglich ist (zeitlich) würde ich gern diese Geschichte oder auch die mit dem Wolf tanzt vorlesen…
    oder vielleicht gleich ganz eine Natascha Wahl`s Welt Sendung!? haha das wäre es doch!
    Aber das wohl besser erst wenn mein kleiner poetry Club die maximale Auslastung an Hörern hat.
    Lass dich aber dennoch nicht davon abhalten einen zweiten Teil2 zur Sendung zu schreiben!
    Du kleiner Elefant!
    Liebe Grüße,
    meta

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