Mit 14 Jahren bekam ich dann durch Zufall eine
gebrauchte Heimorgel geschenkt und war nicht mehr zu bremsen.
In dieser Zeit betrieb ich praktisch Selbststudium und brachte
schon nach kurzer Zeit meine eigenen kleinen Kompositionen (nennen
wir sie lieber Liedchen) zustande.
Nach dem Musikunterricht in der Schule spielte ich sie meinem
Musiklehrer vor, der meinen Wissensdurst verstand und mich bis
zur 10. Klasse tatkräftig unterstützte, indem er mir
drei Mal die Gelegenheit gab, meine Stücke auf verschiedenen
Abschlussfeiern in der Schulaula vorzuspielen.
Nebenbei nutzte ich manchmal die Gelegenheit, wenn ich eine Freistunde
hatte, Musikunterricht im Gymnasium mitzumachen, da ich selbst
auf die Hauptschule ging.
Klavierunterricht hatte ich bis dahin immer noch keinen genommen,
doch mein Vater versprach mir, dass wenn ich eine gute mittlere
Reife ablegen würde, er mir ein gebrauchtes Klavier schenken
würde. Auf meiner Abschlussfeier ließ der Direktor
unserer Schule, der von diesem Versprechen wusste, ihn sogar vor
allen Leuten aufstehen um ihn an sein Versprechen zu erinnern.
Leider aber konnte dieses Versprechen nicht eingehalten werden!
Zu meinem 18. Geburtstag schenkte mir mein Opa
eine Summe Geld, die er für mich seit meiner Geburt gespart
hatte und da es nicht meinem Naturell entspricht, immer das Vernünftigste
zu tun (wie das Geld irgendwo anzulegen und weiterzusparen), bin
ich natürlich gleich losgerannt und habe in dem Musikladen,
in dem ich zu dieser Zeit ein Praktikum absolviert habe, mein
erstes richtiges Keyboard gekauft . (Es war eine Korg Trinity
Workstation)
Ein Jahr später wurde ich dann mit meinem 1. Kind schwanger
und vernünftigerweise (oder auch nicht) verkauften wir das
teure Keyboard und tauschten es gegen ein deutlich einfacheres
aus. Das tat meinen Eifer aber keinen Abbruch und so spielte ich
weiterhin nicht mehr für mich alleine, sondern auch gleich
für mein ungeborenes Kind.
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